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Stunde der Orgel am 17. 01. 2026

Kurzeinführung Rheinberger

Das 125. Todesjahr des in Liechtenstein geborenen und in München wirkenden Josef Gabriel Rheinberger bildet den thematischen Schwerpunkt des heutigen Orgelprogramms mit Konzertorganist Thorsten A. Pech. Dieser befasst sich seit mehr als 45 Jahren mit dem Schaffen des Reger- und Wagner-Zeitgenossen und hat dabei nicht nur das gesamte Orgelwerk mit 20 Sonaten, freien Orgelstücken und Orgelkonzerten zur Aufführung gebracht, sondern darüber hinaus auch zahlreiche Chorwerke, ob a cappella oder in großer Orchesterbesetzung mit seinen Chor-Ensembles erarbeitet und dirigiert.

Musik Rheinbergers sowie die seiner Lehrer und einzelnen seiner fast 600 Schüler werden heute in einem musikalischen Gesamtkonzept erklingen. Neben freien Orgelwerken steht eine seiner großen Orgelsonaten aus dem Spätschaffen auf dem Programm.

Autor: Konzertorganist Thorsten A. Pech

Stunde der Orgel am 17. Mai 2025

„Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!” (aus Psalm 139, Verse 9-10 und 17)

Wo ist Gott? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Warum lässt Gott Kriege, Hungersnöte, Naturkatastrophen, Krankheiten und Tod zu? Große Fragen der Menschen auf der Suche nach einem Sinn. Alle Religionen versuchen, darauf Antworten zu geben.

Die Sammlung der 150 Psalmen in unserem Alten Testament hat ihren Ursprung im jüdischen Tenach. In ihrer Abfolge beschreiben sie von den anfänglichen Klagepsalmen bis zu den Lobpreisungen den Weg einer inneren Pilgerreise. Seit ihrer Entstehung stehen die Psalmen in Verbindung mit Musik.

Im Zentrum unseres Konzertprogramms steht das Werk „Triptychon” (2003) des Hamburger Komponisten Thomas Jahn, geboren 1940. Dieses Auftragswerk für den Ökumenischen Kirchentag in Berlin (2004) stellt die Fragen nach unserem Ursprung, nach Gottes Gegenwart in unserem Leben und nach unserem Ende.
Im ersten Satz hören wir vertraute Worte aus der Schöpfungsgeschichte, im dritten Satz aus der Offenbarung. Sie rahmen den zweiten Satz, der in einer Paraphrase über Jakobs Kampf am Jabbok den Raum zwischen Anfang und Ende füllt.
Die Forderung an uns Menschen, sich die Erde untertan zu machen, wirft inzwischen existenzielle Fragen auf und erinnert uns an unsere Verantwortung für die Schöpfung. Im dritten Satz zitiert Thomas Jahn die Melodie von EG 282 und damit Psalm 84. Am Ende bleibt ein Tanz.

Drei Psalmen spiegeln sich im Triptychon.
In Psalm 139 wird die Überzeugung des Beters entfaltet, dass Gott überall ist, auch an den Orten, die wir nur gedanklich erreichen können, wie dem Ort des Sonnenaufgangs oder am äußersten Meer, dem fernsten für Menschen erreichbaren Punkt.
Psalm 84 beschreibt eine Pilgerreise nach Zion, dem Tempelberg von Jerusalem, auf dem Gott seinen Wohnsitz hat. Die mit einer Pilgerreise einhergehende innere Reise bildet den Erfahrungsweg, den Menschen auf dem Weg zu Gott machen.
Psalm 146 von Gunther Martin Goettsche ist eine Auftragskomposition aus dem Jahr 2013. Goettsche schrieb dieses Werk für den Landesjugendposaunenchor, Orgel und Sprechstimme.
Die Betenden dieses Psalms haben ihre innere Reise vollendet, starke Überzeugung und Gottvertrauen sprechen aus jedem Vers, ein Halleluja eröffnet und beschließt den Text.